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Wie formuliere ich gute Alternativtexte für Abbildungen?

Wozu braucht es überhaupt Alternativtexte?

Alle inhaltsrelevanten Bilder - wie zum Beispiel Logos, Symbole, Fotos, Diagramme oder Formeln - brauchen einen Alternativtext. Diese Anforderung leuchtet ein: Wenn man das Bild nicht sehen kann, dann sollte das Bild wenigstens „sprechen“ können - und zwar möglichst etwas Sinnvolles.

Welche Regeln soll ich beachten?

  1. Ich sehe was, was Du nicht siehst
    Die Grundregel für das Formulieren lautet: was würden Sie Ihrem Gesprächspartner am Telefon sagen, dem Sie den Inhalt eines Bildes mitteilen wollen.
  2. Entweder-Oder
    Wie der Name schon sagt: Alternativtext ist wirklich als Alternative gedacht und nicht als Ergänzung zum Bild. Er sollte die Kernaussage des Bildes wiedergeben und muss keine detaillierte Bildbeschreibung sein.
  3. Doppelt hält nicht besser
    Vermeiden Sie es, eine vorhandene Beschriftung 1:1 für den Alternativtext zu verwenden. Eine Beschriftung - oder Bildunterschrift - ist für alle wahrnehmbar und ergänzt das Bild. Ein Alternativtext dagegen ersetzt das Bild. Doppelungen sind mindestens nervig, wenn nicht gar irritierend.
  4. Ohne Vorspiel
    Lassen Sie einleitende Worte wie zum Beispiel "Das Bild zeigt ..." weg und kommen Sie gleich zur Sache.
  5. Text=Text
    Wenn ein Bild Text enthält, dann sollte der Alternativtext genau diesen Text aufgreifen. Bei einem Firmenlogo könnte dies der Namenszug und der dazugehörige Slogan sein.
  6. Zusammenfassen erlaubt
    Grafiken wie beispielsweise Säulen- und Kuchendiagramme, Koordinatensysteme oder Kurvendiagramme lassen sich oft nicht in einen angemessenen Alternativtext übertragen, ohne dass man halbe Romane schreiben muss. Versuchen Sie statt dessen den Trend, der in einer Grafik zum Ausdruck kommt, gut auf den Punkt zu bringen.
    Übrigens: Wenn im Text die Daten aus dem Diagramm bereits aufgegriffen sind, dann genügt auch ein schlichtes "Säulendiagramm zum Thema soundso" als Alternativtext.
  7. In der Kürze liegt die Würze
    Als Daumenregel gilt hier: nicht länger als eine SMS (also nur 160 Zeichen!).
    Gut zu wissen: eine durchschnittliche Braille-Zeile hat ungefähr 80 Zeichen.
    Im Fall von Datendiagrammen mit vielen Werten können Sie auch mal gegen diese Regel verstoßen.

Ein paar Beispiele

Beispiel 1

Kuchendiagramm.png

Alternativtext:
"Kuchendiagramm der Umfrageergebnisse vom August: 45% Ja-Antworten | 55% Nein-Antworten"

 Beispiel 2

S_ulendiagramm.png

Alternativtext:
"Säulendiagramm: Stromertrag im Frühling, Sommer, Herbst, Winter; jeweils Werte für morgens, mittags und abends. Die Mittagswerte sind immer am höchsten; der absolute Spitzenwert ist im Sommer."

Beispiel 3

Word_Dialogfenster_Formatvorlage__ndern.png

Alternativtext:
"Bildschirmfoto: Word-Dialogfenster "Formatvorlage ändern"  mit den Formateinstellungen von "Überschrift 1"."

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